13. Dezember 2016

Vertrauen

Für einige Wunschpuppen bekomme ich viele und sehr detaillierte Instruktionen. Vor dem inneren Auge scheint das Puppenkind bereits eine genaue Form angenommen zu haben. Hin und wieder bekomme ich Material - schöne Stoffe oder ganz besondere Haarfarben. Es ist immer ein wenig aufregend, diese Pakete zu öffnen. 

Andere Puppen darf ich ganz frei gestalten - bis zur Haar- und Augenfarbe. Auch diese Freiheit kann aufregend und manchmal verunsichernd sein. 

Wenn ich sehr viele Wünsche berücksichtige, bange ich immer ein wenig, ob das fertige Puppenkind gefallen kann, ob es der Vorstellung entsprechen kann, die ein Anderer hat. Bisher war diese Sorge ganz unbegründet. Aber auch, wenn ich ein Puppenkind frei nach meinem Gefühl entstehen lasse, ist der Augenblick, wo ich die Bilder an die zukünftige Familie versende von Aufregung und Hoffen begleitet. 

Im Laufe der Jahre hat sich bei mir ein ruhigeres Vertrauen eingestellt. Ich weiß jetzt, egal wie viel ich drehe, egal wie viel sich Andere wünschen, am Ende wird das Puppenkind, wie es eben werden möchte. Es scheint sich ein wenig selbst zu nähen, seine Farben selbst zu suchen. Ich bin sehr dankbar, dass die Menschen, die meine Puppenkinder aufnehmen, dieses akzeptieren und wertschätzen.

Bei Malin war es ganz genauso. Es gab viele Wünsche und am Ende scheint sie selbst entschieden zu haben, wie sie diese Wünsche verwandelt - in sich selbst.

Herzliche Grüße,
Eure Lena




verlinkt mit creadienstag

Kommentare:

  1. So ist das eben mit Kindern - sie lassen sich nicht beliebig formen, man kann nur ein bisschen beim Großwerden helfen. ;)
    Ich finde Deine eigenwilligen Puppen so, so viel schöner als im Akkord gefertigte, immergleiche "Produkte".

    Liebe Grüße
    Maike

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  2. Deine Puppe sieht wunderschön aus. Das Gesicht ist einfach unverwechselbar und knuffig. So etwas kann ich leider nicht und bewundere es sehr. Eine Puppe zum Liebhaben. Lg Verena

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  3. Es ist so schön geworden, das Mädchen mit dem wunderschönen Namen. Deine Überlegungen kenne ich gut. Und am liebsten mache ich Puppen ohne konkreten Anlass, die dann ihre Puppenmama oder ihren Puppenpapa finden...
    Liebe Grüße Rebecca

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    1. Liebe Rebecca, ich nähe Puppen auch gern ganz frei! Andereseits liebe ich auch diese kleine Herausforderung der Wünsche. Viele Dinge hätte ich sonst vielleicht nie ausprobiert. Es gibt mir neue Impulse und Inspiriert mich.
      Liebe Grüße von Lena

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  4. Liebe Lena,
    Malin sieht wirklich bezaubernd aus.
    Einen schönen Tag und
    viele liebe Grüße
    Ursula

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  5. Ja, auf das Vertrauen und das Loslassen läuft es doch irgendwie immer hinaus, bei allem, was wir tun...
    Schön sieht sie aus, die kleine Malin, vor allem mit dem Erlenkränzchen im Haar!

    Lieber Gruß von Helga

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  6. Neugierige Frage: Geben eigentlich meist die Puppengroßeltern oder Puppenväter/-mütter den Puppen die Namen, oder machst das häufig Du?

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    1. Ich gebe den Puppenkindern immer einen Namen, es geht irgendwie gar nicht anders ;-) Aber der Name darf auch geändert werden und viele Kinder bekommen die Puppe namenlos und suchen dann etwas eigenes! Liebe Grüße!

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