7. Dezember 2020

Nikolausstiefel

Während hier das ganze Treppenhaus noch funkelt und glitzert, schnappe ich mir jetzt schnell meine Stricknadeln, damit Anni nächstes Jahr auch ihre Stiefel vor die Tür stellen kann!

Nur noch selten fertige ich Puppenkinder 'ohne Nase' dabei mag ich diese einfachen Gesichtchen so gern. Was meint ihr, fehlt euch das Näschen oder seht ihr es auch so?

Herzliche Nikolausgrüße

Lena

Waldorfpuppe

 
Waldorfpuppe

4. Dezember 2020

Hirtenmäntel & Hüte (Anleitung)

Waldorfpuppe
 
Waldorfkrippe

Unsere Hirten haben dieses Jahr neue Mäntel und Hüte bekommen. Maria und Josef sind zwar schon auf dem Weg nach Bethlehem, aber bei den Hirten kommen sie ja erst nach dem dritten Advent vorbei, wir haben also noch etwas Zeit, die braven Männer einzukleiden und gegen Kälte und Dunkelheit zu schützen. 

Ich zeige euch kurz, wie wir es gemacht haben. Man braucht etwas Wolle, warmes Wasser und Olivenseife, eine wasserfeste Unterlage und eine Matte oder auch ein Holzstock (Kochlöffel) zum Walken und etwas Zitrone oder Essig.

Zuerst bereiten wir eine dünne Seifenlauge zu und legen die Wolle in der gewünschten Form aus. Dabei ist wichtig, das die Fasern kreuzweise angeordnet sind - also erst eine Schicht Wolle horizontal auslegen und dann eine vertikale Schicht darüber. 


Filzen

Nun besprengen wir die Wolle vorsichtig mit der Seifenlauge und beginnen dann ganz zart und streichelnd mit den Händen zu filzen. Nach etwa fünf Minuten können wir kräftiger reiben und das Werkstück umdrehen. Zum Schluss wickeln wir den Mantel in die Matte ein oder rollen ihn über den Holzstab und walken von allen Seiten. 

Nach dem Ausspülen legen wir das Mäntelcghen in Essigwasser, um die Lauge zu neutralisieren. Fest ausdrücken, in Form ziehen, trocknen lassen - fertig! 

Mantel filzen

Waldorfpuppe

 

Wir haben die Mäntel am Kragen nach dem Filzen umgeschlagen und auch noch ein paar passende Hüte gearbeitet. Dazu benötigt man eine Runde Form - je nach Größe bieten sich Gläser, Schüsselchen oder Glasmurmeln an. 

Filzen

Filzen


Die Kinder haben nebenbei noch Taschen, Schnüre, Körbchen für ihre Hasen und Puppendecken gefilzt. Es ist eine haptisch sehr anregende und beruhigende Tätigkeit und auch jüngere Kinder können sehr schnell selbständig tätig sein. Probiert es mal aus!

Bei Fragen, schreibt mir gerne einen Kommentar.

Herzlichst

Lena


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26. November 2020

Goldene Erinnerungen

Heute lasse ich euch nur geschwind ein paar goldene Bilder hier, als kleine Wärmequelle im Novembergrau. Wir hatten dieses Jahr ein unglaubliches Maronenglück - kiloweise haben wir sie gesammelt. Der kleine goldene Taschenzwerg wohnt im Schulranzen eines Geburtstagskindes.

Seid herzlich gegrüßt!

Lena

Waldorfpuppe








23. November 2020

Novemleuchten

Erinnert ihr euch an eure November-Kindertage? An die Zeit zwischen Laternenfest und Advent? Die Musik des Feuerwehrorchesters noch im Ohr, den Geschmack der Erdbeermilch noch im Mund und dabei schon diese Sehnsucht nach Geheimnis, Kerzenduft, Lebkuchen? 

Mein Kindheits-November ist ungemütlich und rau an den Händen: Das Holz muss vom Hänger unter das Dach geräumt werden. Die Finger tut man sich so viel mehr weh, wenn sie kalt sind. Auch beim Rüben schneiden für die Pferde, wenn der Saft sich in die Haut brennt und die Schnüre der Heuballen in die Finger schneiden. Der Atem der Tiere steht  weiß um die weichen Nasen. Kleine Tropfen glitzern in den Barthaaren. Sanft atmen sie einem in die Handflächen. Ihr Schnauben ins Futter macht das Herz wieder warm. 

Mein Kindheits-November riecht nach Rauch - dem Rauch unseres Schornsteins im holzbeheizten Haus, dem Feuer des Nachbarn, der Laub und Baumschnitt im Garten verbrennt. Er riecht nach feuchten Hund, nassen Stiefeln, nach Kohl auf dem Acker hinterm Haus, nach Lederfett, frischem Heu  und nach geschmolzenem Bienenwachs.

Und gut schmeckt der November. Der Apfelsaft ist frisch, pink und prächtig. Die Brombeermarmelade und das Quittenmus darf man sich fingerdick aufs frisch gebackene Brot häufen. Es gibt heiße Fliederbeersuppe und Grießbrei mit Zimtzucker. Man muss sehen, dass man genug bekommt, denn überall stecken hungrige Geschwister heimlich die Finger in die Gläser und Dosen. Das ist gemein und ungerecht erst recht, wenn die Mutter über den Futterneid schmunzelt.

Kindheits-November klingt nach rauschendem Regen und Pfützenplatschen, nach Kreissäge und Feuerknistern, nach Grabengluckern, Meisengezwitscher... und für euch?

Diese Puppe gehört zum November meiner Tochter. Sie hat sie selbst genäht. Schon lange bittet und bettelt sie darum. Viele Stunden hat sie neben mir gearbeitet. Sie hat mir wieder einmal gezeigt, wie ein Wille sich einen Weg bahnen kann. Und wie gut das tut. Sie ist ganz im Glück mit diesem ureigenen Puppenmädchen.

Herzlichst 
Lena




 
 
Stoffpuppe Waldorfart


Waldorfpuppe


11. November 2020

Fjola - Novemberblühen

Die Arbeit an den Weihnachtspuppen ist mir dieses Jahr ganz besonders wertvoll. Sie bringen viel Wärme und Frohsinn ins Haus. Fjola hat inmitten des nordischen Novembernebels der vergangenen Tage resulut nach kräftigen Farben und einem Blumenkleid verlangt; dazu goldgelbe Stiefel! Nun lächelt sie leise vor sich hin und freut sich auf ihre neue Puppenmutter. 
 
Nehmt euch ein wenig Wärme und Fjolas Lächeln mit!
Herzlichst 
Lena

 

Waldorfpuppe

Puppe Waldorfart

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21. November 2017

Kleine Wendungen

Seit dem unsere große Tochter in die Schule geht, versuchen wir einen neuen morgentlichen Rhythmus zu finden. Schon seit September stehen wir eine Stunde früher auf und haben keine Zeit für ein Hineinbummeln in den Tag mehr. Fast haben wir uns daran gewöhnt. Doch heute war es mal wieder zeitlich knapp. Auf dem Fahrrad in Dunkelheit und Novemberregen quakte das eine Kind hinter mir im Kindersitz und das andere hatte 'schlappe Beine', so dass ich fast den gesamten Weg mitgeschob. 

Schließlich war die Große in der Schule angekommen und ich ging mit der Kleinen zum Bäcker, da sie in der morgendlichen Hast ihr Frühstück nicht hatte essen wollen (wie vernünftig!). Nun konnten wir endlich das Tempo verringern... und da merkte ich, dass mein Geldbeutel nicht im Rucksack war. Im Kopf drehte es sich '... ich kann doch das Kind nicht mit leerem Bauch in den Kindergarten gehe lassen'... dann fand ich doch noch einen Notgroschen in der Geheimtasche meiner Jacke. Für einen Kaffee reichte es nicht, aber das Kind war versorgt. 

Da fragte die Dame hinter dem Tresen, ob der Cappuchino für mich sei. Ich lachte und erzählte von dem vergessenen Geld. Und sie schenkte mir ihn! Wie glücklich mich solche kleinen Gesten machen und die kleinen Wendungen zum Guten! Da saßen wir nun im Trocknen und genossen Langsamkeit, Brötchen und Kaffe!

Selma und Malin sind sind zwei richtige Novembermädchen - in warme Wolle und rustikale Stoffe in natürlichen Farben gekleidet.

Herzlichst, Lena


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5. September 2017

Goldene Tage

Morgens ist es kühl und abends geht schon beim Vorlesen für die Kinder die Sonne unter. Wir haben die ersten Kartoffeln geerntet, uns die Zungen mit Brombeeren blau gefärbt und verstreute Garben von den Stoppelfeldern zu einem Kranz für den Jahreszeitentisch gebunden. Die Freude über diese letzten goldenen Spätsommertage hat mich auch zu diesem Garn greifen lassen - eine eher ungewöhnliche Farbwahl für mich. Das Strickmuster ist dem Anker's Sweater von Petitknit nachempfunden. Ich habe mit der Tynd Uld von Geilsk und einem dünnen Alpaka zweifädig gestrickt.

Habt eine goldene Woche!
Herzlichst, Lena








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