26. November 2020

Goldene Erinnerungen

Heute lasse ich euch nur geschwind ein paar goldene Bilder hier, als kleine Wärmequelle im Novembergrau. Wir hatten dieses Jahr ein unglaubliches Maronenglück - kiloweise haben wir sie gesammelt. Der kleine goldene Taschenzwerg wohnt im Schulranzen eines Geburtstagskindes.

Seid herzlich gegrüßt!

Lena

Waldorfpuppe








23. November 2020

Novemleuchten

Erinnert ihr euch an eure November-Kindertage? An die Zeit zwischen Laternenfest und Advent? Die Musik des Feuerwehrorchesters noch im Ohr, den Geschmack der Erdbeermilch noch im Mund und dabei schon diese Sehnsucht nach Geheimnis, Kerzenduft, Lebkuchen? 

Mein Kindheits-November ist ungemütlich und rau an den Händen: Das Holz muss vom Hänger unter das Dach geräumt werden. Die Finger tut man sich so viel mehr weh, wenn sie kalt sind. Auch beim Rüben schneiden für die Pferde, wenn der Saft sich in die Haut brennt und die Schnüre der Heuballen in die Finger schneiden. Der Atem der Tiere steht  weiß um die weichen Nasen. Kleine Tropfen glitzern in den Barthaaren. Sanft atmen sie einem in die Handflächen. Ihr Schnauben ins Futter macht das Herz wieder warm. 

Mein Kindheits-November riecht nach Rauch - dem Rauch unseres Schornsteins im holzbeheizten Haus, dem Feuer des Nachbarn, der Laub und Baumschnitt im Garten verbrennt. Er riecht nach feuchten Hund, nassen Stiefeln, nach Kohl auf dem Acker hinterm Haus, nach Lederfett, frischem Heu  und nach geschmolzenem Bienenwachs.

Und gut schmeckt der November. Der Apfelsaft ist frisch, pink und prächtig. Die Brombeermarmelade und das Quittenmus darf man sich fingerdick aufs frisch gebackene Brot häufen. Es gibt heiße Fliederbeersuppe und Grießbrei mit Zimtzucker. Man muss sehen, dass man genug bekommt, denn überall stecken hungrige Geschwister heimlich die Finger in die Gläser und Dosen. Das ist gemein und ungerecht erst recht, wenn die Mutter über den Futterneid schmunzelt.

Kindheits-November klingt nach rauschendem Regen und Pfützenplatschen, nach Kreissäge und Feuerknistern, nach Grabengluckern, Meisengezwitscher... und für euch?

Diese Puppe gehört zum November meiner Tochter. Sie hat sie selbst genäht. Schon lange bittet und bettelt sie darum. Viele Stunden hat sie neben mir gearbeitet. Sie hat mir wieder einmal gezeigt, wie ein Wille sich einen Weg bahnen kann. Und wie gut das tut. Sie ist ganz im Glück mit diesem ureigenen Puppenmädchen.

Herzlichst 
Lena




 
 
Stoffpuppe Waldorfart


Waldorfpuppe


11. November 2020

Fjola - Novemberblühen

Die Arbeit an den Weihnachtspuppen ist mir dieses Jahr ganz besonders wertvoll. Sie bringen viel Wärme und Frohsinn ins Haus. Fjola hat inmitten des nordischen Novembernebels der vergangenen Tage resulut nach kräftigen Farben und einem Blumenkleid verlangt; dazu goldgelbe Stiefel! Nun lächelt sie leise vor sich hin und freut sich auf ihre neue Puppenmutter. 
 
Nehmt euch ein wenig Wärme und Fjolas Lächeln mit!
Herzlichst 
Lena

 

Waldorfpuppe

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21. November 2017

Kleine Wendungen

Seit dem unsere große Tochter in die Schule geht, versuchen wir einen neuen morgentlichen Rhythmus zu finden. Schon seit September stehen wir eine Stunde früher auf und haben keine Zeit für ein Hineinbummeln in den Tag mehr. Fast haben wir uns daran gewöhnt. Doch heute war es mal wieder zeitlich knapp. Auf dem Fahrrad in Dunkelheit und Novemberregen quakte das eine Kind hinter mir im Kindersitz und das andere hatte 'schlappe Beine', so dass ich fast den gesamten Weg mitgeschob. 

Schließlich war die Große in der Schule angekommen und ich ging mit der Kleinen zum Bäcker, da sie in der morgendlichen Hast ihr Frühstück nicht hatte essen wollen (wie vernünftig!). Nun konnten wir endlich das Tempo verringern... und da merkte ich, dass mein Geldbeutel nicht im Rucksack war. Im Kopf drehte es sich '... ich kann doch das Kind nicht mit leerem Bauch in den Kindergarten gehe lassen'... dann fand ich doch noch einen Notgroschen in der Geheimtasche meiner Jacke. Für einen Kaffee reichte es nicht, aber das Kind war versorgt. 

Da fragte die Dame hinter dem Tresen, ob der Cappuchino für mich sei. Ich lachte und erzählte von dem vergessenen Geld. Und sie schenkte mir ihn! Wie glücklich mich solche kleinen Gesten machen und die kleinen Wendungen zum Guten! Da saßen wir nun im Trocknen und genossen Langsamkeit, Brötchen und Kaffe!

Selma und Malin sind sind zwei richtige Novembermädchen - in warme Wolle und rustikale Stoffe in natürlichen Farben gekleidet.

Herzlichst, Lena


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5. September 2017

Goldene Tage

Morgens ist es kühl und abends geht schon beim Vorlesen für die Kinder die Sonne unter. Wir haben die ersten Kartoffeln geerntet, uns die Zungen mit Brombeeren blau gefärbt und verstreute Garben von den Stoppelfeldern zu einem Kranz für den Jahreszeitentisch gebunden. Die Freude über diese letzten goldenen Spätsommertage hat mich auch zu diesem Garn greifen lassen - eine eher ungewöhnliche Farbwahl für mich. Das Strickmuster ist dem Anker's Sweater von Petitknit nachempfunden. Ich habe mit der Tynd Uld von Geilsk und einem dünnen Alpaka zweifädig gestrickt.

Habt eine goldene Woche!
Herzlichst, Lena








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25. Juli 2017

Ende und Anfang

Letzte Woche haben wir das Sommerfest im Kindergarten gefeiert. Diese Sommerfeste sind immer etwas ganz Besonderes, weil sie ein wenig altmodisch daher kommen. Unsere Kindergärtnerinnen trauen sich das 'Weniger-ist-mehr' und die leisen Töne. Sie wissen, dass Feste nicht durch Attraktionen sondern durch Begegnungen und gemeinsames Lachen, Singen und Spielen zu Sternstunden werden. Sackhüpfen, Seilziehen, Fischefangen, Kreistänze, Kanon-Singen und ein Schmaus unterm Baum auf der grünen Wiese unter dem blauen Himmel - mehr braucht es wahrlich nicht zum Sommerfestglück.

Ein neues Spiel haben wir in diesem Jahr gespielt: Das Handschuh-und-Hut-Rennen. Dazu braucht man lediglich zwei Paar Fäustlinge und zwei Hüte. Dann bildet man zwei Gruppen und wie bei einem Staffellauf schlüpft nun jeweils der erste der Gruppe in Fäustlinge und Kopfbedeckung, rennt los bis zur Markierung (einmal um den Baum herum) und wieder zurück und übergibt Handschuhe und Hut an den nächsten. 
 
Natürlich lief es bei uns bald vollkommen jenseits aller Regeln aus dem Ruder -  immer neue Läufer stellten sich hinten an, wurden lautstark angefeuert, konnten durch die Schlapphüte kaum etwas sehen, japsten und stolperten.... was für ein Spaß! Und was für eine große Freude, dass es bei einer solchen Festgemeinschaft eben gar nicht mehr um das Gewinnen oder das Einhalten von Regeln geht. Nur die Freude und das gemeinsame Lachen zählt. Das So-sein-lassen ist auch eine große Kunst.

Es war unser letztes Sommerfest. Eine Ära geht zu Ende, denn im September kommt unsere Tochter in die Waldorfschule - da mischen sich Wehmut und Vorfreude. 

Und jetzt sind erstmal Ferien! Das Puppenmädchen Paula verbringt sie hoch oben in den Bergen.
Euch wünsche ich einen schönen Sommer!

Herzlichst, Lena
 
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13. Juni 2017

Sommerlich






Am Sonntag sind wir bei sommerlicher Hitze raus in die Felder gefahren und haben gestaunt, wie hoch das Getreide schon steht. Hafer, Weizen, Gerste und Roggen haben wir aufgesucht, dazu den verblühten Raps und den noch niedrigen Mais. Auf den Treckerspuren sind wir hineingelaufen zwischen die im Wind sich neigenden Ähren. Dieses Bild der Mädchen, wie sie in dem Überfluss dahin rennen machte mich froh - und auch, wie sie mehr und mehr die unterschiedlichen Pflanzen und Kräuter unterscheiden. 

Die zwei sommerlichen Puppenmädchen sind schon vor einiger Zeit entstanden und genießen die warmen Sommertage mit ihren neuen Puppenmüttern.

Sommergrüße!

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