"Bleib mal so, ich mach ein Foto!". Immer häufiger höre ich, wie Kinder dieser Aufforderung durch ihre Eltern folgen, wenn sie etwas besonderes entdecken oder erleben. Ein bunter Käfer im Gras, eine gelungene Verkleidung, ein neues Kunststück auf der Rutsche - all dies soll im Handy-Bild festgehalten und dann an Freunde oder Familienmitglieder verschickt werden. Das unmittelbare Erleben, die ungefilterte Freude des Augenblicks wird aufgegeben für ein vermeintliches Bewahren und Teilen. Kennt ihr das auch? Ist es das wert? Mir sind diese Fotomomente oft unangenehm und sie holen mich augenblicklich aus dem Erlebnis.
Andererseits gibt es von vielen wunderschönen Alltagsmomenten mit meinen Kindern keine Bilder. Die erste Erdbeere, die wir letzte Woche geerntet haben, die emsige Arbeit im Garten, die langen Abende auf dem sonnigen Balkon mit selbstgebaute Tragetuch-Hängematte, das erste Feuer des Jahres, hier in den Ferien.... alle 'Fotos' dazu existieren nur in meinem Herzen.
Wir sind für einige Tage mit Freunden in Dänemark. Dieses Mal sind wir nicht eine gar so große Gruppe wie im letzten Jahr. Doch auch hier kommen wieder ganz unterschiedliche Familien, Werte und Rhythmen zusammen und ergeben eine spannende, manchmal schwierige aber meist inspirierende neue Mischung. Das Natur-Puppenkind ist dabei und schaut mir über die Schulter während ich die Blumenpresse der Tochter mit immer neuen Wildkräutern fülle.
Herzlichst, Lena
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